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Jahresrückblick des CEO

Die zweite Konzessionsperiode startet mit einigen Überraschungen innerhalb der Branche, welche die Schweizer Casinolandschaft massgeblich verändern. Unterdessen setzt die Stadtcasino Baden Gruppe ihren Weg zur Festigung der bereits starken Position des Unternehmens planmässig fort. Der kommende Umbau des Grand Casino Baden, ein zweites Online-Casino der Gruppe und Gamanzas «Engage» versprechen viel Potenzial für ein nachhaltiges Gruppenwachstum.

Die Fülle an Ereignissen in der Schweizer Casinolandschaft im ersten Jahr der neuen Konzessionsperiode hat selbst die Verantwortlichen der Stadtcasino Baden Gruppe in einigen Bereichen überrascht. Das Ende des terrestrischen Casinos in St. Moritz im Frühling (und damit das Aus für das geplante Engadiner Online-Casino), die innert weniger Monate aufeinanderfolgende Schliessung der zwei Online-Casinos in Basel und Montreux, der im Februar 2025 zusätzlich nominierte Online-Konkurrent aus Mendrisio und die vorübergehende Schliessung des terrestrischen Casinos Davos aufgrund eines Umzuges zeigen, dass die eben erst vergebenen Konzessionen per se keine konsistente Ordnung garantieren.

Christian Aumüller, CEO Stadtcasino Baden AG

Die Stadtcasino Baden Gruppe geht unbeirrt ihren Weg

Ungeachtet der bewegten Nachrichtenlage und eines sich konsolidierenden Gesamtmarktes, hat sich die Badener Unternehmensgruppe 2025 die eigenen Ziele übertreffend sehr positiv entwickelt. Selbstverständlich konnten sich die einzelnen Gesellschaften nicht komplett den übergeordneten Entwicklungen und Trends entziehen. Aber die 2022 eingeleiteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung, das Ausschöpfen der Potenziale auf Ertrags- und Aufwandseite sowie die Diversifizierung in unterschiedliche Branchen, Teilmärkte und Länder hat sich einmal mehr ausgezahlt.

Trotz des leicht rückläufigen Bruttoumsatzes des Konzerns von CHF 124.8 Mio. (-3.6 %), resultiert unter dem Strich ein markant verbessertes Ergebnis. Der Gewinn ist 2025 um 40 % auf über CHF 5 Mio. angestiegen. Was beweist, dass das Verfolgen einer langfristigen Strategie mit effektiven Massnahmen auch in bewegten Zeiten zum Erfolg führt.

Einige 2025er-Zahlen aus der Stadtcasino Baden Gruppe

Der Gesamtmarkt der landbasierten Casinos setzt die letztjährigen Entwicklungen fort und verliert 3.9 %. Insgesamt wurden in der Schweiz im Berichtsjahr CHF 564 Mio. Bruttospielertrag (BSE) erzielt. Dagegen sinkt der BSE des Grand Casino Baden lediglich um 2.5 % auf CHF 54.0 Mio. (Vorjahr CHF 55.4 Mio.).

jackpots.ch, das Badener Online-Casino, weist einen BSE von CHF 41.8 Mio. aus und verliert zum Vorjahr (CHF 43 Mio.) rund 2.9 %. Dies innerhalb eines Gesamtmarktes, der 2025 generell nur wenig Wachstum gezeigt hat (+1.2 %). Unabhängig davon konnte jackpots.ch sein Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern wiederum ausbauen (CHF 3.9 Mio., +29.7 %).

Das Casinò Locarno hat 2025 einen erneuten BSE-Rückgang hinnehmen müssen. Mit CHF 14.1 Mio. reduzierte sich diese Kennzahl gegenüber 2024 um 12.8 %. Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich, so zum Beispiel das nach Badener Vorbild eingeführte Sozialkonzept (SOK), welches mehr Spielsperren – auch bei langjährigen Kunden – nach sich gezogen hat.

Das Technologie-Unternehmen Gamanza konnte seinen Umsatz um beachtliche 12 % auf CHF 5.3 Mio. steigern. Und das, obwohl im Verlauf des Jahres die Online-Casinos Basel und Montreux – beides Gamanza-Kunden – den Betrieb eingestellt haben. Das Ergebnis ist primär abschreibungsbedingt tiefer als im Vorjahr (CHF -2.5 Mio., -20.8 %). Die detaillierte Analyse der 2025er-Zahlen der Stadtcasino Baden AG und ihrer Beteiligungen finden Sie im separaten Finanzrückblick unseres CFO Christian Stegemann.

Die Wachstumskurve des Schweizer Online-Casinomarktes flacht deutlich ab

Das Schweizer Online-Casinojahr zeigt einen interessanten Verlauf. Das erste Quartal verzeichnete einen veritablen Fehlstart mit einem BSE-Minus von 5.7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ein in der noch jungen Geschichte des Schweizer Online-Gaming ungewöhnliches Ereignis. Und dann, trotz den Rückzügen der Online-Casinos Basel und Montreux Ende Juli bzw. Ende Oktober, entwickelten sich die Quartale drei und vier sehr robust. Das Mitte Juli gestartete Online-Casino Mendrisio verhalf schliesslich mit seinem guten Geschäftsgang ab Herbst dem Gesamtmarkt zu einem kleinen Jahresplus. Unverändert befinden sich per Ende 2025 etwa 70 % des Gesamt-BSE in den Händen der drei grössten Online-Casinos, zu denen erfreulicherweise – wie in den Vorjahren – jackpots.ch gehört.

Der um 2.9 % gesunkene BSE von jackpots.ch hat zwei Gründe: Einerseits hat es als erstes Schweizer Online-Casino die Video-Identifizierung eingeführt – ein bewusstes Bekenntnis zu einem qualitativ hochwertigen Spielerpool. Die Massnahme stellt sicher, dass ausschliesslich verifizierte Spielerinnen und Spieler am Spielbetrieb teilnehmen. Kurzfristig schlug sich dies zwar im BSE nieder, stärkt jedoch langfristig die Basis für nachhaltiges Wachstum. Zweitens wurden Spiele, die im Verlaufe der Zeit an Attraktivität verloren hatten, ersatzlos gestrichen. Parallel dazu konnten die Lizenzkosten durch gezielte Portfoliooptimierungen spürbar gesenkt werden, was zur Aufwandsreduktion beigetragen hat. Dem tieferen BSE stehen eine rekordhohe Spielerzahl und ein höherer Gewinn per Ende 2025 gegenüber. Die positive Entwicklung von jackpots.ch in einem insgesamt seitwärts laufenden Gesamtmarkt zeigt, dass Erfolge primär «hausgemacht» sind, d. h. von der Strategie und deren konsequenter Umsetzung abhängen. Auch aus diesem Grund hat sich das Management der Stadtcasino Baden AG dazu entschieden, mit Casineo ab 2026 ein zweites Online-Casino an den Start zu schicken.

Gamanza entwickelt sich unter dem Strich erfreulich

Mit dem Aus der beiden Online-Casinos in Basel und Montreux verliert Gamanza zwei wichtige Kunden im Bereich Spiele-Plattform (PAMS). Das im ersten Halbjahr 2026 an den Start gehende Locarneser Casineo wird einen Teil des verlorengegangenen Umsatzes kompensieren. Unabhängig davon ist und bleibt Gamanza als hauseigene Software-Schmiede ein wichtiger Player innerhalb der Badener Unternehmensgruppe. 2025 hat jackpots.ch wiederum entscheidend vom konstanten und wertvollen Support des Technologie-Unternehmens profitiert und nicht zuletzt deshalb seinen dritten Platz im Ranking der Schweizer Online-Casinos verteidigt.

Auf der anderen Seite entwickelt sich Gamanza Engage, die Plattform mit beinahe unzähligen Features zur Kundenbindung, immer besser. Und das neuerdings auch ausserhalb der Online-Gaming-Branche, konnte doch 2025 der erste Fintech-Kunde an Land gezogen werden. Die inzwischen weltweit gestiegene Nachfrage nach den Engage-Dienstleistungen rief 2025 den Ausbau des Teams nach sich. Die Stadtcasino Baden AG erwartet, dass die diversen Neukunden der Berichtsperiode – wie zum Beispiel der international tätige Sportwetten-Anbieter tipico – mehrheitlich im Jahr 2026 auf Umsatz- und Ertragsseite spürbar werden.

Die Kundenpflege als wichtiger Faktor im landbasierten Casino

Die Entwicklung des Live-Games in der Schweiz kennt keine Veränderung im Trend gegenüber den Vorjahren, der Gesamt-BSE bildete sich abermals zurück. 2025 trugen die Besucher 3.9 % weniger BSE in die Casinos, wobei das Grand Casino Baden die Benchmark mit einem Rückgang von lediglich 2.5 % übertreffen konnte. Sehr erfreulich entwickelte sich erneut der Badener BSE pro Besucher, der sich weiter erhöht hat und der nach wie vor die schweizweite Nummer eins ist. Die ausgeprägte Kundenpflege, eine grosse Palette an attraktiven Events im House of Entertainment und die bekanntermassen erstklassigen Service- und Dienstleistungen sorgten erneut für die Spitzenposition in dieser Disziplin.

Leider hat der Beginn der für 2025 geplanten umfangreichen Umbauarbeiten im Grand Casino Baden eine mehrmonatige Verzögerung erfahren, für die das Management der Spielbankengruppe keine Verantwortung trägt. Ab September 2025 wurden schliesslich die Pläne auf der Basis des endgültigen Entscheides des Badener Stadtrates finalisiert. Der Baustart ist nun für Mitte 2026 vorgesehen.

Im letzten Quartal wurde die komplette Migration des elektronischen Abrechnungs- und Kontrollsystems (EAKS) des Grand Casino Baden abgeschlossen. Durch die Umstellung der über zwanzigjährigen Systemarchitektur auf die Plattform von DR Gaming TechnologyTM wurden bislang unterschiedliche Systeme und Anwendungen auf ein einziges umgestellt. Als Folge davon konnten Schnittstellen optimiert und Prozesse vereinfacht werden. Die Casino-Abteilungen kommunizieren nun besser und schneller miteinander, Reportings per Excel gehören der Vergangenheit an.

Strengere Compliance und schwache Wirtschaft als Spielverderber in Locarno

Das Casinò Locarno hat ein weiteres schwieriges Jahr hinter sich gebracht. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend. Die anhaltende Strukturschwäche der Tessiner Wirtschaft mit einem vergleichsweise tiefen Lohnniveau, der Rückgang der Zahl zahlungskräftiger Touristen, nicht zuletzt wegen den anhaltenden Aufräumarbeiten nach den Unwettern von 2024 im Grossraum Locarno sowie die Einführung des neuen Sozialkonzeptes (SOK) nach aktuellen Standards, welche kurzfristig zu zusätzlichen Spielsperren und damit zu weiteren Umsatzeinbussen geführt hat.

Wohin das Geld anschliessend geht, ist spätestens seit dem 7. Januar 2025 und mit Blick nach Liechtenstein einfach zu beantworten. Seither gelten die strengen Schweizer Regelungen auch im Ländle, was prompt zu deutlich mehr Spielsperren und zu Umsatzeinbussen von bis zu 85 % (!) in den Casinos geführt hat. Im Falle von Locarno ist es sehr wahrscheinlich, dass die schweizweit gesperrte Kundschaft flugs nach Campione über die Landesgrenze ausweicht und dort weiterspielt. Erste Geschäftszahlen des norditalienischen Casinos zeigen sowohl beim BSE als auch bei der Besucherzahl fürs 2025 ein rekordverdächtiges zweistelliges Plus. Das einzige Tessiner Casino, welches im Berichtsjahr einen ähnlich erfreulichen BSE-Zuwachs verzeichnen kann, ist das in Mendrisio (BSE +4.1 %). Es ist davon auszugehen, dass es aufgrund der unmittelbaren Grenznähe von italienischen Gästen profitiert. Längere Fahrten nimmt diese Klientel aber nicht unter die Räder, denn bereits das knapp zwanzig Kilometer weiter nördlich gelegene Casinò Lugano (BSE -6.3 %) kann keinen Vorteil aus dieser Ausgangslage ziehen.

Immerhin, zwei Lichtblicke gibt es für die Kollegen im Sopraceneri ab 2026: Das Casinò Locarno erhält Anschluss an den attraktiven Swiss Jackpot und es bekommt mit Casineo sein eigenes Online-Casino. Obwohl der Online-Casinomarkt 2025 zum ersten Mal seit seinem Bestehen nur ein schwaches Wachstum gezeigt hat, ist das Management der Stadtcasino Baden AG davon überzeugt, dass das zweite Online-Casino der Badener Unternehmensgruppe ab 2027 profitabel arbeiten wird. Nicht zuletzt dank der Unterstützung und den Synergien der jackpots.ch-Profis.

Die Diversifikation der Gruppe trägt einmal mehr Früchte

Zwei landbasierte Casinos, ein Online-Casino, Beteiligungen in Sachsen-Anhalt, eine Technologie-Tochter – die Stadtcasino Baden Gruppe ist im Branchenvergleich schweizweit einmalig breit aufgestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die deutsche Beteiligung sehr erfolgreich gearbeitet und sie trägt einen bedeutenden Anteil zum erfreulichen Gruppenergebnis bei. Die erhaltene Dividende aus Sachsen-Anhalt steigt um 7.1 % auf TCHF 710 (TEUR 750) und auch fürs Geschäftsjahr 2026 darf mit einer hohen Dividende gerechnet werden.

Genau rechtzeitig, stehen doch für die Badener Unternehmensgruppe zwei Übergangsjahre mit beträchtlichen Investitionen an. Der Umbau des Grand Casino Baden, das Go-Live von Casineo und die Eroberung globaler Märkte durch Gamanza Engage erfordern einen langen finanziellen Atem. Das Management ist überzeugt, dass die geplanten Massnahmen in die richtige Richtung gehen und bereits in naher Zukunft für eine noch grössere Attraktivität der Stadtcasino Baden AG sorgen werden.

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